Fächer der Vorklinik – Biochemie

Die großen Fächer der Vorklinik haben es in sich. Je nach persönlicher Begabung ist die Biochemie vielleicht die beeindruckendste Hürde im Semester und im Physikum. Der Lernaufwand für dieses Fach ist nicht zu unterschätzen. Sie sehen sich hier einer Kombination von Auswendiglernen und dem Erwerben von Verständnis komplizierter Stoffwechselprozesse gegenüber. Die Biochemie beleuchtet den menschlichen Körper auf der zellulären Ebene. Sie lernen die Vorgänge kennen, die den Organismus biochemisch am Leben erhalten. Es geht zum Beispiel um den gesamten Stoffwechsel in seinen molekularen Details, die Arbeitsweise der Enzyme und ihre Aufgabe die Katalysation sowie die Genetik im Detail. An den meisten Universitäten ist der Schein im Fach Chemie die Voraussetzung, für den Kurs der Biochemie zugelassen zu werden. Daher findet Biochemie oft erst ab dem dritten Semester statt. Bis dahin haben Sie sich bereits an das hohe Lernpensum des Medizinstudiums gewöhnt. Im Physikum ist die Biochemie eines der mündlichen Fächer und in der schriftlichen Prüfung werden dem Fachgebiet circa 60 Fragen gewidmet. Ungefähr 14 Lerntage sind hier auf jeden Fall in der Physikumsvorbereitung einzuplanen.

Die Komplexität der Biochemie

Was macht das Fach Biochemie so kompliziert? Ein Grund ist sicherlich das breit gefächerte Wissensspektrum dieses Fachs. Die Menge an Information nimmt quasi täglich zu und Lehrbücher sind rasch wieder veraltet. Die Zusammenhänge sind detailreich und komplex. Beim Lernen können Sie unendlich in die Tiefe gehen und es fällt Ihnen vielleicht schwer zu entscheiden, welche Fakten wirklich relevant für die verschiedenen Prüfungen und für die klinischen Semester sind. Machen Sie es wie immer und holen Sie sich Rat bei Kommilitonen aus höheren Semestern. Prüfungsprotokolle aus der Fachschaft und alte Klausuren geben Ihnen erste Anhaltspunkte. Ein guter Tipp ist es vielleicht auch, mit einem Kurzlehrbuch zu beginnen und nach dem Legen einer soliden Basis mit einem großen Lehrbuch weiter in die Tiefe zu gehen. Schließen Sie sich einer Lerngruppe an. Den Stoff mit Kommilitonen zu diskutieren wird Ihnen bei seinem Verständnis helfen. Nutzen Sie all Ihre Sinne, um Biochemie zu verstehen. Für Studenten, die eher visuell veranlagt sind, lohnt es sich zum Beispiel, große Poster mit den Stoffwechselabläufen zu malen. Verwenden Sie viele Farben und hängen Sie die Kunstwerke in Sichtweite auf. Selbst im Bad ist ein guter Platz dafür. Die Zeit, in der Sie Ihre Zähne putzen, können Sie zur täglichen Wiederholung des Zitratzyklus nutzen. Die Aminosäuren können Sie zum Beispiel auf Karteikarten unterbringen, die in Ihre Tasche passen und in der U-Bahn oder bei anderen Wartezeiten zum Einsatz kommen.

Schlagen Sie eine Brücke zur Klinik

In der Biochemie geht es vor allem um Stoffwechselprozesse. Wie sind Kohlenhydrate aufgebaut und was ist ihre Aufgabe? Wie funktioniert der Fettstoffwechsel und was machen eigentlich Proteine und Aminosäuren im menschlichen Körper? Hormone und ihre Funktion als Boten zwischen den Organsystemen sind ebenfalls ein spannendes Gebiet des Fachs. Damit Sie der trockene Stoff nicht in die Verzweiflung treibt, hauchen Sie ihm schon jetzt Leben ein. Gehen Sie einen Schritt weiter und machen Sie sich klar, was mit diesen biochemischen Prozessen geschieht, wenn sie nicht nach Plan ablaufen. Schlagen Sie die Brücke zu Erkrankungen und Ihnen wird klar, warum Sie all dieses Grundlagenwissen als Mediziner brauchen werden. Der menschliche Organismus wird zu einem riesigen Reagenzglas, gefüllt mit zusammenhängenden biochemischen Reaktionen.

Das Fach Biochemie im dritten und vierten Semester

Viele Dozenten nutzen die Vorlesung um für die Studenten den Bezug zwischen Vorklinik und Klinik zu verdeutlichen. Es finden zum Beispiel Vorstellungen von Patienten statt. Sehen Sie sich die Vorlesung also zunächst an, auch wenn sie keine Pflichtveranstaltung sein sollte. Das Praktikum der Biochemie macht Sie ebenfalls schon mit diagnostischen Methoden, wie zum Beispiel dem oralen Glukosetoleranztest, vertraut. So vertiefen Sie Ihr theoretisches Wissen ganz automatisch. Klausuren, Testate und Referate werden an den Universitäten unterschiedlich gehandhabt. Da Sie sich in den höheren klinischen Semestern aber sowieso auf der Zielgeraden zum Physikum befinden, ist die Vorbereitung dieser Lernzielkontrollen gleichzeitig eine effektive Vorbereitung auf das Physikum.

Wenn Sie vor lauter Formeln kein Land mehr sehen

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