Fächer der Vorklinik – Physik und Physiologie

Physik

Eines der ersten Fächer in Ihrem Medizinstudium ist die Physik. Je nachdem ob Sie das Fach in der Oberstufe des Gymnasiums abgewählt hatten oder nicht, sind Sie mit dem Stoff schon vertraut. Es geht um die Grundlagen in Akustik, Optik, Mechanik, Wärmelehre, Atom- und Kernphysik. Ob Ihnen die Vorlesung etwas bringt, ist zu einem großen Teil vom Dozenten abhängig. Sehen Sie sich die Veranstaltung an und entscheiden Sie sich im Anschluss. Das Praktikum besteht aus Experimenten, die in Gruppen durchgeführt werden. Je nach Kursleiter gibt es mündliche An- oder Abtestate und bzw. oder Multiple-Choice-Klausuren. Das Fach ist mit relativ geringem Lernaufwand zu schaffen, kann aber Studenten, die sich mit Physik so gar nicht anfreunden können, auch in den Wahnsinn treiben. An vielen Universitäten werden Sie erst zum Physiologie-Kurs zugelassen, wenn Sie nachweisen können, dass Sie erfolgreich das Physik-Praktikum abgeschlossen haben.

Physiologie – wie funktioniert der Mensch?

In der Anatomie lernen Sie, wie der menschliche Körper im Detail aufgebaut ist. Im Fach Physiologie werden die vielseitigen Funktionsweisen des menschlichen Organismus unterrichtet.

Freuen Sie sich auf einen Einblick in:

  • das Hormonsystem
  • die Zell- und Gewebsphysiologie
  • das Herzkreislauf-System
  • das Atmungssystem
  • das Verdauungssystem
  • das Ausscheidungssystem
  • das Fortpflanzungssystem
  • das zentrale und periphere Nervensystem (einschließlich der Sinne)
  • das Muskel-Skelett-System
  • das Blut-Lymph-System
  • das Abwehrsystem

Leben entsteht durch das Zusammenwirken der Systeme, durch die Anpassung des Organismus an seine Umwelt und durch den altersabhängigen Wandel. Sie wenden Physiologie aktiv an und beschäftigen sich in diesem Zusammenhang mit den Themen Umwelt, Sport, Arbeit und Ernährung. So steigen Sie schon in der Vorklinik voll in die Medizin ein.

Dynamik ist Leben

Die Physiologie behandelt das Leben auf all seinen unterschiedlichen Ebenen. Angefangen beim Molekül, dem kleinsten Teil des menschlichen Organismus, über die Zelle bis hin zum Organ und dem gesamten menschlichen Körper. Besonders spannend sind die Vorgänge, die uns am Leben erhalten. Jeder einzelne Prozess, der im menschlichen Körper abläuft, ist mit anderen Prozessen verknüpft und befindet sich ständig im Wandel. Die Dynamik wird innerhalb der Vorgänge gewonnen und der Energiehaushalt ist daher ein großes Thema in der Physiologie. Der Physiologe ist stets der Beziehung zwischen Ursache und Wirkung auf der Spur.

Physiologie in Theorie und Praxis

Was sich zunächst sehr theoretisch und kompliziert anhört, wird Ihnen besonders im Praktikum der Physiologie verständlich werden. Sie selbst und Ihre Kommilitonen werden immer wieder Teil der Versuche sein. Sie gehen zum ersten Mal mit Technik aus der Medizin um, wie zum Beispiel einem EKG-Gerät oder dem Ultraschall. Physiologie ist ein sehr praxisbezogenes Fach, das von Beobachtung und Versuchen lebt. Physik, Chemie, Biologie und Mathematik sind Grundlagenfächer, die Ihnen das Verständnis der Physiologie erheblich erleichtern. Versuchen Sie in der Vorklinik möglichst, sich eine breite Basis an Wissen aufzubauen, auf die Sie im weiteren Studium zurückgreifen können. Abgefragt werden Ihre Kenntnisse im Fach Physiologie an den meisten Universitäten in mündlichen Testaten während des laufenden Praktikums, eventuell in Form eines Referats und in ein bis zwei umfangreichen Multiple-Choice-Klausuren. Ein umfangreiches Wissen auf dem Gebiet der Physiologie ist sehr wichtig für Ihre weitere medizinische Entwicklung. Nur wer die Abläufe im gesunden Körper kennengelernt und verstanden hat, begreift später, was im Rahmen von Krankheiten im Organismus vor sich geht.