Wartezeitquote

In den bundesweit zulassungsbeschränkten Fächer gehen 20% der Studienplätze an die Abiturbesten, 20% werden (noch) nach Wartezeit vergeben und bei 60% können die Hochschulen die Abiturnote durch zusätzliche Auswahlkriterien ergänzen. Für die Wartezeitquote ist entscheidend wieviel Zeit – gemessen in Halbjahren – nach dem Abitur vergangen ist.

Was gilt als Wartezeit?

Im Wesentlichen sind die “Wartesemester” von Bedeutung, die nach dem Abitur vergangen sind – abzüglich der Semester, in denen man an einer deutschen Hochschule immatrikuliert war. Die Zeit einer Ausbildung, eine Auslandsaufenthaltes oder eines Freiwilligendienstes gilt klassischerweise als Wartezeit. Hingegen können Semester, in denen man in einer deutschen Hochschule eingeschrieben war, nicht auf die Wartezeit angerechnet werden. Die Wartezeit wird mit jedem Bewerbungsverfahren neu berechnet. Erfolgt zu einem Semester keine Bewerbung um einen Studienplatz, erhält man trotzdem ein Halbjahr Wartezeit. Dass sich mit jedem Wartesemester, der NC um 0,1 verbessert, ist ein weit verbreitetes Gerücht. Eine solche Regelung gibt es bei Hochschulstart nicht.[1]

Vergabe der Studienplätze

Hochschulstart stellt eine bundeseinheitliche Rangliste auf. Innerhalb einer Gruppe mit gleicher Wartezeit erfolgt eine Sortierung nach der Abiturnote. Sollten auch hier Bewerber mit gleichen Kriterien vorliegen, entscheidet die Ableistung eines Dienstes oder das Los über die Studienzulassung. Anschließend erfolgt die Verteilung auf die Studienorte, wobei die angegebenen Ortswünsche der Bewerber maßgeblich sind. Gibt es mehr nach Wartezeit ausgewählte Bewerber auf einen Studienort, als dort Plätze zur Verfügung stehen, entscheidet wieder die Abiturnote sowie die soziale Bindung an den gewünschten Studienort darüber, wer den Studienplatz bekommt. Kann ein Bewerber an keinem der angegeben Studienorte wegen fehlender Studienplätze zugelassen werden, bietet Hochschulstart auf Wunsch auch einen Studienplatz an einer nicht angegebenen Hochschule an.

Abschaffung der Wartezeitquote

Anlass für die Neuregelung des Zulassungsverfahrens war das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19.12.2017 (1 BvL 3/14). Das Gericht hat die bundes- und landesgesetzlichen Vorschriften über das Verfahren zur Vergabe von Studienplätzen an staatlichen Hochschulen für teilweise mit dem Grundgesetz unvereinbar erklärt und dem Gesetzgeber aufgegeben, bis zum 31. Dezember 2019 Neuregelungen zu schaffen, welche die verfassungsrechtlichen Beanstandungen beseitigen.[2] Die Kultusministerkonferenz hat sich diesbezüglich am 06.12.2018 zum Entwurf eines neuen Staatsvertrages verständigt, dessen Regelungen nach Inkraftreten frühestens für das Vergabeverfahren zum Sommersemester 2020 Anwendung finden sollen.

Danach soll die Wartezeitquote gänzlich abgeschafft werden und eine sogenannte “Eignungsquote” eingeführt werden.

Übergangsphase für Altwartende

Eine Übergangsphase soll eingeräumt werden für Bewerber, die schon längere Zeit auf einen Studienplatz warten (sogenannte “Altwartende”) und darauf spekuliert haben über die Wartezeitquote einen Studienplatz zu erhalten. Noch für einen Zeitraum von zwei Jahren soll mit abnehmendem Gewicht die Wartezeit ergänzend neben anderen Auswahlkriterien berücksichtigt werden.

Weiterführende Links

Einzelnachweise

  1. https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=281
  2. https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=2334