Beiträge

Fächer der Vorklinik – Biochemie

Die großen Fächer der Vorklinik haben es in sich. Je nach persönlicher Begabung ist die Biochemie vielleicht die beeindruckendste Hürde im Semester und im Physikum. Der Lernaufwand für dieses Fach ist nicht zu unterschätzen. Sie sehen sich hier einer Kombination von Auswendiglernen und dem Erwerben von Verständnis komplizierter Stoffwechselprozesse gegenüber. Die Biochemie beleuchtet den menschlichen Körper auf der zellulären Ebene. Sie lernen die Vorgänge kennen, die den Organismus biochemisch am Leben erhalten. Es geht zum Beispiel um den gesamten Stoffwechsel in seinen molekularen Details, die Arbeitsweise der Enzyme und ihre Aufgabe die Katalysation sowie die Genetik im Detail. An den meisten Universitäten ist der Schein im Fach Chemie die Voraussetzung, für den Kurs der Biochemie zugelassen zu werden. Daher findet Biochemie oft erst ab dem dritten Semester statt. Bis dahin haben Sie sich bereits an das hohe Lernpensum des Medizinstudiums gewöhnt. Im Physikum ist die Biochemie eines der mündlichen Fächer und in der schriftlichen Prüfung werden dem Fachgebiet circa 60 Fragen gewidmet. Ungefähr 14 Lerntage sind hier auf jeden Fall in der Physikumsvorbereitung einzuplanen.

Die Komplexität der Biochemie

Was macht das Fach Biochemie so kompliziert? Ein Grund ist sicherlich das breit gefächerte Wissensspektrum dieses Fachs. Die Menge an Information nimmt quasi täglich zu und Lehrbücher sind rasch wieder veraltet. Die Zusammenhänge sind detailreich und komplex. Beim Lernen können Sie unendlich in die Tiefe gehen und es fällt Ihnen vielleicht schwer zu entscheiden, welche Fakten wirklich relevant für die verschiedenen Prüfungen und für die klinischen Semester sind. Machen Sie es wie immer und holen Sie sich Rat bei Kommilitonen aus höheren Semestern. Prüfungsprotokolle aus der Fachschaft und alte Klausuren geben Ihnen erste Anhaltspunkte. Ein guter Tipp ist es vielleicht auch, mit einem Kurzlehrbuch zu beginnen und nach dem Legen einer soliden Basis mit einem großen Lehrbuch weiter in die Tiefe zu gehen. Schließen Sie sich einer Lerngruppe an. Den Stoff mit Kommilitonen zu diskutieren wird Ihnen bei seinem Verständnis helfen. Nutzen Sie all Ihre Sinne, um Biochemie zu verstehen. Für Studenten, die eher visuell veranlagt sind, lohnt es sich zum Beispiel, große Poster mit den Stoffwechselabläufen zu malen. Verwenden Sie viele Farben und hängen Sie die Kunstwerke in Sichtweite auf. Selbst im Bad ist ein guter Platz dafür. Die Zeit, in der Sie Ihre Zähne putzen, können Sie zur täglichen Wiederholung des Zitratzyklus nutzen. Die Aminosäuren können Sie zum Beispiel auf Karteikarten unterbringen, die in Ihre Tasche passen und in der U-Bahn oder bei anderen Wartezeiten zum Einsatz kommen.

Schlagen Sie eine Brücke zur Klinik

In der Biochemie geht es vor allem um Stoffwechselprozesse. Wie sind Kohlenhydrate aufgebaut und was ist ihre Aufgabe? Wie funktioniert der Fettstoffwechsel und was machen eigentlich Proteine und Aminosäuren im menschlichen Körper? Hormone und ihre Funktion als Boten zwischen den Organsystemen sind ebenfalls ein spannendes Gebiet des Fachs. Damit Sie der trockene Stoff nicht in die Verzweiflung treibt, hauchen Sie ihm schon jetzt Leben ein. Gehen Sie einen Schritt weiter und machen Sie sich klar, was mit diesen biochemischen Prozessen geschieht, wenn sie nicht nach Plan ablaufen. Schlagen Sie die Brücke zu Erkrankungen und Ihnen wird klar, warum Sie all dieses Grundlagenwissen als Mediziner brauchen werden. Der menschliche Organismus wird zu einem riesigen Reagenzglas, gefüllt mit zusammenhängenden biochemischen Reaktionen.

Das Fach Biochemie im dritten und vierten Semester

Viele Dozenten nutzen die Vorlesung um für die Studenten den Bezug zwischen Vorklinik und Klinik zu verdeutlichen. Es finden zum Beispiel Vorstellungen von Patienten statt. Sehen Sie sich die Vorlesung also zunächst an, auch wenn sie keine Pflichtveranstaltung sein sollte. Das Praktikum der Biochemie macht Sie ebenfalls schon mit diagnostischen Methoden, wie zum Beispiel dem oralen Glukosetoleranztest, vertraut. So vertiefen Sie Ihr theoretisches Wissen ganz automatisch. Klausuren, Testate und Referate werden an den Universitäten unterschiedlich gehandhabt. Da Sie sich in den höheren klinischen Semestern aber sowieso auf der Zielgeraden zum Physikum befinden, ist die Vorbereitung dieser Lernzielkontrollen gleichzeitig eine effektive Vorbereitung auf das Physikum.

Wenn Sie vor lauter Formeln kein Land mehr sehen

Sind Sie unsicher, ob ein Medizinstudium wirklich das Richtige für Sie ist? Hätten Sie gerne einen wirklichen Einblick in die großen vorklinischen Fächer und eventuell etwas Wissensvorsprung, bevor das Studium wirklich beginnt? Informieren Sie sich über unser Vorsemester Medizin, der Ihnen über vier Monate einen tieferen Einblick in Ihr Wunschstudium gibt.

Die Fächer der Vorklinik – Biologie und Chemie

Vorklinik – Biologie

Die Biologie ist eines der Grundlagenfächer der Medizin und wird zu Beginn des vorklinischen Abschnitts in Ihrem Medizinstudium gelehrt. Sicherlich haben Sie Biologie als Leistungskurs belegt und im Gymnasium bereits mehrfach Preise bei „Jugend forscht“ gewonnen. Nein? Im Ernst, lösen Sie sich von den allgemeinen Vorstellungen und Unkenrufen und konzentrieren Sie sich auf das Studium. Biologie ist zwar ein Grundlagenfach, aber auch eines, dessen Inhalte relativ leicht zu vermitteln sind. Sie legen hier eine Basis für das spätere Verständnis von Fächern wie Embryologie und Histologie (Lehre von den Geweben) bis hin zur Anatomie, Physiologie und Biochemie. Es werden Themen gelehrt wie Zytologie, Genetik (Vererbungslehre) und Bakteriologie. Sie erhalten zudem einen ersten Einblick in die Molekularbiologie. Sie lernen den Menschen auf seiner Zellgrundlage kennen und werden dazu in die Kunst des Mikroskopierens eingeführt. Eine Fertigkeit, die Sie später im Praktikum der Histologie noch ausführlich anwenden werden.

Biologie im studentischen Alltag

Ob Sie mit der meist freiwilligen Biologie-Vorlesung etwas anfangen können, hängt sicherlich vom Dozenten ab und von Ihren persönlichen Lernvorlieben. Sehen Sie sich die Veranstaltung an Ihrer Universität an und treffen Sie dann eine Entscheidung. Das Praktikum der Biologie findet an vielen Unis gleich im ersten Semester statt und gehört zu den angenehmeren Veranstaltungen. Sie erhalten ein Praktikumsheft, das die Versuche beschreibt, die Sie im Kurs gemeinsam durchführen werden. Je nach Kursleiter gibt es am Anfang oder Ende der Versuche ein Testat. Eventuell wird der Stoff auch erst am Ende des jeweiligen Semesters mit einer Klausur kontrolliert. Sehen Sie sich in Ihrer Fachschaft nach Altklausuren und Prüfungsprotokollen um. So können Sie Ihre Prüfungsvorbereitung optimieren und dem Biologie-Schein sollte nichts im Weg stehen.

Vorklinik – Chemie

Das Fach Chemie ist unter Medizinstudenten teilweise sehr gefürchtet. Wer Chemie im Gymnasium abgewählt hat, findet sich in der Vorklinik vor einem anständigen Berg Arbeit wieder. Aber mit der richtigen Technik kann fast jeder Gipfel bezwungen werden. Beginnen Sie mit den Grundlagen der Chemie, die Sie bald dringend zum Verständnis der Biochemie benötigen werden. Wie immer gilt für die Vorlesung, dass der Besuch wohl Geschmackssache ist. An den meisten Unis ist sie keine Pflichtveranstaltung. Das Seminar und das dazugehörige Praktikum dagegen schon. Bereiten Sie sich sorgfältig vor. Das Praktikumsheft liefert erste Hinweise auf den geforderten Stoff und eventuelle Lieblingsthemen der Dozenten. Informieren Sie sich in der Fachschaft, ob es alte Prüfungsprotokolle oder Kopien von Klausuren gibt, die in vorherigen Semestern eingesetzt wurden.

Worum es im Fach Chemie geht

Die Grundlagen der Chemie sind die Elemente, deren Verbindungen, Reaktionen und Umwandlungen. Zu Beginn des Kurses steht die anorganische Chemie auf dem Lehrplan. Es werden die grundlegenden Reaktionsprinzipien besprochen, um eine gemeinsame Basis für alle Studenten zu schaffen. Es folgt die organische Chemie der Kohlenstoffverbindungen, die schon deutlicher in Richtung Biochemie und Medizin weist. Eignen Sie sich zusätzlich Wissen über Kinetik und den Aufbau der Materie an und Sie sind auf der sicheren Seite. Es ist wichtig, dass Sie mit diesen Prinzipien gut vertraut sind. Arbeiten Sie zu Hause gründlich nach oder schließen Sie sich mit Kommilitonen zu einer Lerngruppe zusammen, wenn Ihnen Chemie schwerfällt. Ohne solide Grundlage werden Sie im Kurs der Biochemie definitiv Probleme bekommen. Die Zusammenhänge werden rasch komplexer.

Es wird ernst

Geben Ihnen unsere Fachvorstellungen ein mulmiges Gefühl in der Magengrube, weil Sie im Gymnasium nicht wirklich viel mit Chemie oder Biologie am Hut hatten? Wenn Sie vor Studienbeginn testen möchten, ob sie mit dem Fach Medizin die richtige Wahl treffen, belegen Sie unseren Vorbereitungskurs Medizin und Sie werden rasch Klarheit haben.

Fächer der Vorklinik – Physik und Physiologie

Physik

Eines der ersten Fächer in Ihrem Medizinstudium ist die Physik. Je nachdem ob Sie das Fach in der Oberstufe des Gymnasiums abgewählt hatten oder nicht, sind Sie mit dem Stoff schon vertraut. Es geht um die Grundlagen in Akustik, Optik, Mechanik, Wärmelehre, Atom- und Kernphysik. Ob Ihnen die Vorlesung etwas bringt, ist zu einem großen Teil vom Dozenten abhängig. Sehen Sie sich die Veranstaltung an und entscheiden Sie sich im Anschluss. Das Praktikum besteht aus Experimenten, die in Gruppen durchgeführt werden. Je nach Kursleiter gibt es mündliche An- oder Abtestate und bzw. oder Multiple-Choice-Klausuren. Das Fach ist mit relativ geringem Lernaufwand zu schaffen, kann aber Studenten, die sich mit Physik so gar nicht anfreunden können, auch in den Wahnsinn treiben. An vielen Universitäten werden Sie erst zum Physiologie-Kurs zugelassen, wenn Sie nachweisen können, dass Sie erfolgreich das Physik-Praktikum abgeschlossen haben.

Physiologie – wie funktioniert der Mensch?

In der Anatomie lernen Sie, wie der menschliche Körper im Detail aufgebaut ist. Im Fach Physiologie werden die vielseitigen Funktionsweisen des menschlichen Organismus unterrichtet.

Freuen Sie sich auf einen Einblick in:

  • das Hormonsystem
  • die Zell- und Gewebsphysiologie
  • das Herzkreislauf-System
  • das Atmungssystem
  • das Verdauungssystem
  • das Ausscheidungssystem
  • das Fortpflanzungssystem
  • das zentrale und periphere Nervensystem (einschließlich der Sinne)
  • das Muskel-Skelett-System
  • das Blut-Lymph-System
  • das Abwehrsystem

Leben entsteht durch das Zusammenwirken der Systeme, durch die Anpassung des Organismus an seine Umwelt und durch den altersabhängigen Wandel. Sie wenden Physiologie aktiv an und beschäftigen sich in diesem Zusammenhang mit den Themen Umwelt, Sport, Arbeit und Ernährung. So steigen Sie schon in der Vorklinik voll in die Medizin ein.

Dynamik ist Leben

Die Physiologie behandelt das Leben auf all seinen unterschiedlichen Ebenen. Angefangen beim Molekül, dem kleinsten Teil des menschlichen Organismus, über die Zelle bis hin zum Organ und dem gesamten menschlichen Körper. Besonders spannend sind die Vorgänge, die uns am Leben erhalten. Jeder einzelne Prozess, der im menschlichen Körper abläuft, ist mit anderen Prozessen verknüpft und befindet sich ständig im Wandel. Die Dynamik wird innerhalb der Vorgänge gewonnen und der Energiehaushalt ist daher ein großes Thema in der Physiologie. Der Physiologe ist stets der Beziehung zwischen Ursache und Wirkung auf der Spur.

Physiologie in Theorie und Praxis

Was sich zunächst sehr theoretisch und kompliziert anhört, wird Ihnen besonders im Praktikum der Physiologie verständlich werden. Sie selbst und Ihre Kommilitonen werden immer wieder Teil der Versuche sein. Sie gehen zum ersten Mal mit Technik aus der Medizin um, wie zum Beispiel einem EKG-Gerät oder dem Ultraschall. Physiologie ist ein sehr praxisbezogenes Fach, das von Beobachtung und Versuchen lebt. Physik, Chemie, Biologie und Mathematik sind Grundlagenfächer, die Ihnen das Verständnis der Physiologie erheblich erleichtern. Versuchen Sie in der Vorklinik möglichst, sich eine breite Basis an Wissen aufzubauen, auf die Sie im weiteren Studium zurückgreifen können. Abgefragt werden Ihre Kenntnisse im Fach Physiologie an den meisten Universitäten in mündlichen Testaten während des laufenden Praktikums, eventuell in Form eines Referats und in ein bis zwei umfangreichen Multiple-Choice-Klausuren. Ein umfangreiches Wissen auf dem Gebiet der Physiologie ist sehr wichtig für Ihre weitere medizinische Entwicklung. Nur wer die Abläufe im gesunden Körper kennengelernt und verstanden hat, begreift später, was im Rahmen von Krankheiten im Organismus vor sich geht.

Die Fächer der Vorklinik – Anatomie und Histologie

Das erste Fach, das Ihnen bei dem Gedanken an das Medizinstudium in den Sinn kommt, ist sicherlich die Anatomie. Das wichtigste und umfangreichste Fach der Vorklinik beschäftigt sich sozusagen mit dem Bauplan des Menschen und fasziniert mit dem Präparierkurs. Die Anatomie lässt sich in die mikroskopische Anatomie, Histologie genannt, die makroskopische Anatomie und die Embryologie unterteilen. Für jeden dieser Teile gibt es eine Vorlesung und einen Kurs. Meist werden Sie in mündlichen Testaten geprüft, eventuell auch in einer zusammenfassenden Klausur. Anatomie ist ein großer Bestandteil des Physikums.

Aufstehen, Frühstück, PräpsaalDer an der Universität kurz „Präpkurs“ genannte Teil des Faches ist bei den Studenten berühmt oder besser berüchtigt für das hohe Lernpensum und den ersten Kontakt mit Verstorbenen, an deren Körpern das neu erworbene theoretische Wissen in die Praxis umgesetzt wird. Vielleicht waren Sie in einer der „Körperwelten“ Ausstellungen, die es unter anderem in Deutschland zu sehen gab. Die Leichen, die dort gezeigt werden, sind allerdings plastiniert und mit den in Formalin konservierten Körpern aus dem Präparierkurs nicht zu vergleichen. Bewahren Sie sich während des Präparierens die Ehrfurcht vor dem Leben und die Dankbarkeit den Menschen gegenüber, die ihre Körper der Anatomie gespendet haben. In Ihrem Kurs wird Ihnen sicherlich zuerst der strenge Geruch des Formalins auffallen. Nehmen Sie sich am besten Kleider zum Wechseln mit , denn selbst unter dem vorgeschriebenen Kittel sind Sie nicht ausreichend geschützt. Eigentlich hilft sowieso nur eine Dusche nach jeder Präpariereinheit, denn auch in den Haaren setzt sich der beißende Geruch hartnäckig fest. Nachdem Sie die ersten Berührungsängste überwunden haben, wird Sie sicher die Faszination packen. Sie haben in diesem Kurs die einmalige Gelegenheit, den menschlichen Körper im Original bis ins Detail kennenzulernen. Nerven werden frei präpariert, Muskeln dargestellt und der Lehrstoff wird anschaulich. Makroanatomie wird alles genannt, was mit dem bloßen Auge erkennbar ist. Sie werden den genauen Aufbau jeden Organs studieren und sämtliche Muskeln mit Ansatz, Ursprung und Innervation auswendig lernen. Dazu die Namen der Knochen, das Blutgefäßsystem und alle Organsysteme im Detail. Niemand hat gesagt, dass die Vorklinik leicht wird.

Vorlesung oder Schreibtisch?

Gehen Sie auf jeden Fall am Anfang des Semesters in die Vorlesung für Anatomie. Die Erfahrung der Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter hilft Ihnen dabei, schneller einen Überblick über den umfangreichen Stoff zu bekommen. Sie können sich mit Ihren Kommilitonen austauschen und Lerngruppen bilden. Interessant wird der Unterricht besonders dann, wenn der Dozent Brücken zu Erkrankungen schlägt, für deren Verständnis Sie die Anatomie brauchen. Der Inhalt der Vorlesung wird durch die verschiedenen Körperbereiche strukturiert: Kopf und Hals, obere und untere Extremität, Thorax, Abdomen und natürlich die Eingeweide. Besonders umfangreich ist für gewöhnlich das Testat zu Kopf und Hals, da es das Gehirn und somit die Neuroanatomie einschließt. Haben Sie mehr davon, den Stoff in Ruhe zu Hause durchzuarbeiten, lassen Sie die Vorlesung ausfallen.

Anatomie unter dem Mikroskop – die Histologie

Das Fach Histologie ist die Lehre von Zellen und Geweben. Unter dem Mikroskop tun sich ganz neue Welten auf. Sie werden viel Zeit mit dem Betrachten und Zeichnen der verschiedenen Zellen und Gewebearten verbringen. So erwerben Sie wichtige Grundlagen für die Zeit nach der Vorklinik, wenn es darum gehen wird, gesundes von krankem Gewebe zu differenzieren. Ein gutes Auge für das Detail kann sich jeder Student antrainieren. Es hilft nur, viel Zeit vor dem Mikroskop zu verbringen, auch außerhalb der Kurszeiten. Sowohl der Präpariersaal als auch das Histologielabor sind für gewöhnlich lange geöffnet und für die Kursteilnehmer zugänglich. Nutzen Sie die Zeit, um den gelernten Stoff zu vertiefen und für die Testate gut vorbereitet zu sein.

Am Anfang war die Embryologie

Viele Zusammenhänge in der Anatomie machen erst Sinn, wenn Sie gesehen haben, wie die embryonale Entwicklung verlaufen ist. Daher verfolgen Sie in der Embryologie die Entstehung des menschlichen Lebens von der Verschmelzung der Eizelle und der Samenzelle bis zur Geburt und darüber hinaus. Viele Anatomie-Institute lassen Embryologie und makroskopische Anatomie parallel laufen und prüfen an der Leiche nicht nur die Organe, sondern auch deren Entstehungsweg. Für viele Prüfer reicht hier allerdings eine Zusammenfassung der Embryologie und dieses Fachwissen ist eher das Tüpfelchen auf dem I und nicht unbedingt relevant, um das Testat zu bestehen.

Anatomie am Lebenden

Um der Anatomie etwas Leben einzuhauchen, gibt es den Kurs „Anatomie am Lebenden“. Hier dürfen Sie aktiv werden und mit Ihren Kommilitonen zusammen den lebendigen menschlichen Körper entdecken. Funktionen wie die Atmung oder der Herzschlag werden erstmalig untersucht, denn dafür haben Sie im Präparierkurs natürlich keine Gelegenheit mehr. Nutzen Sie all diese Gelegenheiten, um sich das trockene Wissen besser merken zu können. Wer die echten Organe gesehen und gefühlt hat, wird sich besser an Details erinnern. Aus diesem Grund wird wohl auch der Präparierkurs in naher Zukunft nicht von einem computeranimierten Labor ersetzt werden.

Das Lernpensum der Vorklinik

Das Lernpensum: Freizeit, was ist das?

Kennen Sie den alten Witz von einem Jurastudenten und einem Medizinstudenten, die beide die Aufgabe bekommen, das Telefonbuch auswendig zu lernen? Die Antwort des angehenden Juristen ist „warum“ und der Medizinstudent fragt: „Bis wann?“ Herzlich willkommen im Studium der Humanmedizin. Dieser Witz beinhaltet ein großes Stück Wahrheit. Wahrscheinlich hat Ihnen das Lernpensum für das Abitur schon gereicht, aber als Medizinstudent oder -studentin werden Sie noch weit mehr Zeit an Ihrem Schreibtisch oder in der Universitätsbibliothek verbringen. Besonders die Vorklinik ist gefüllt mit Unterrichtsfächern, die eine immense Fülle an Detailwissen vermitteln. Die Anatomie zum Beispiel verlangt Ihnen ab, alle Knochen, Muskeln mit Ursprungs- und Ansatzpunkten und zugehörigen Nerven auswendig zu lernen. Das ist nicht einfach. Die richtige Herangehensweise ist hier der entscheidende Punkt.

Die Fächer der Vorklinik

  • Wie schon erwähnt ist Anatomie eines der großen Fächer der Vorklinik. Nur wer den gesunden menschlichen Körper bis ins kleinste Detail kennengelernt und verstanden hat, kann sich erfolgreich mit den krankhaften Zuständen auseinandersetzen.
  • Histologie ist die Lehre von den Geweben. Anatomie im Kleinen sozusagen. Sie verbringen in diesem Kurs viel Zeit mit Mikroskopieren und wiederum mit Auswendiglernen.
  • In Physiologie kommt Leben ins Studium. Sie lernen alles über die verschiedenen Systeme, die den Organismus am Leben erhalten. Hier ist die Fähigkeit zum Mitdenken eine wichtige Grundlage.
  • Physik kennen Sie noch aus der Schule. Es bildet die Grundlage, um die Physiologie zu verstehen.
  • Im Fach Biochemie ist es Zeit fürs Labor. Im Praktikum werden Sie viele verschiedene Experimente durchführen.
  • In Biologie wird der Stoff aufgefrischt, den Sie in der Schule schon durchgenommen haben.
  • Chemie kennen Sie ebenfalls schon. Zusammen mit der Biologie bildet das Fach die Grundlage für die Biochemie.
  • Psychologie und Soziologie sind geradezu eine Erholung neben den bereits erwähnten sehr lernintensiven Fächern. Hier dürfen Sie Ihren gesunden Menschenverstand einsetzen. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit der Persönlichkeitsentwicklung, dem Umgang mit Krankheit und Gesundheit und verschiedenen Gesundheitssystemen.
  • Terminologie führt Sie in Latein und Griechisch und generell die medizinische Fachsprache ein. Es ist also das Lernen von Vokabeln angesagt. Das Pensum ist trotzdem überschaubar.

Das richtige Zeitmanagement bringt Sie weiter

Zu Beginn des ersten Semesters ist jeder Student quasi erschlagen von der Flut an Anforderungen, die ihn erwarten. In vielen Fächern gibt es Eingangstestate, um zum Kurs überhaupt zugelassen zu werden. Ohne Kurs kein Schein und dementsprechend ein Semester Ehrenrunde. Keine gute Idee. Das Erste, was Studienanfänger also lernen sollten, ist sich nicht ohne Orientierung wahllos alles ins Gehirn zu pauken, was in den dicksten Fachbüchern steht. Betrachten Sie Ihre Zeit als Budget. Wie teilen Sie sie am effektivsten ein? Fragen Sie Kommilitonen in den Semestern über Ihnen, was es in welchem Kurs zu beachten gibt. Besorgen Sie sich alte Prüfungsprotokolle und beginnen Sie mit Kurzlehrbüchern. Machen Sie sich klar, was Sie wirklich wissen müssen, um das Testat oder die Prüfung zu bestehen und was Beigabe ist. Dann stellen Sie einen Zeitplan auf, für die Wochen, die Ihnen zur Verfügung stehen. Da viele Fächer parallel laufen, verlieren Sie so den Überblick nicht. Teilweise finden Sie sogar im Internet vorgefertigte Einteilungen, die Sie für Ihren Bedarf abändern können.

Zeitfresser verstecken sich überall

Haben Sie einen Zeitplan aufgestellt, geht es ans eigentliche Lernen. Hier versuchen eine ganze Menge „Zeitfresser“ Ihnen das Leben schwer zu machen. Internet und Handy stehen ganz oben auf der Liste. Legen Sie Lernzeiten fest und schalten Sie dazu das Internet ab. Am besten fangen Sie morgens ausgeruht mit den Lerninhalten an, die Ihnen am schwersten fallen. Wichtig sind auch regelmäßige Pausen. Alle 90 Minuten können Sie 30 Minuten zur Entspannung nutzen. Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz gemütlich genug, aber ohne Ablenkungen. Besonders effektiv sind Lerngruppen. Sie können sich mit Ihren Kommilitonen gegenseitig die Inhalte erklären und sich abfragen. Und im Anschluss gemeinsam die Pause genießen. Schreiben Sie nicht zu viel aus Lehrbüchern heraus. Sie verlieren bei dieser Methode viel Zeit. Greifen Sie lieber auf kurz gefasste Lernkarten zurück.

Der Weg ist das Ziel

Lassen Sie sich von diesen anstrengenden Aussichten nicht verunsichern. Jeder Mensch kommt mit Lernen und mit Prüfungsstress anders zurecht. Es gibt eine Vielzahl an Lernmethoden, die Sie für sich nutzen können. Und man wächst immer an seinen Aufgaben. Der lange Weg lohnt sich auf jeden Fall, denn an seinem Ende steht der vielfältige und herausfordernde Beruf des Arztes oder der Ärztin, der Ihnen keinen Tag in Ihrem Leben langweilig werden wird. Reizt Sie ein detaillierter Einblick in Ihr Wunschstudium? Vielleicht haben Sie auch Wartesemester vor sich, die Sie sinnvoll nutzen möchten. Sehen Sie sich unseren Vorbereitungskurs Medizin an. Wir begleiten Sie professionell auf dem Weg an die Universität.